(mw) Die Zahl der Jugendfußballspieler und damit auch der Mannschaften sinkt, also was tun? Vier Vereine aus dem Norden der Wetterau haben dafür eine Lösung gefunden und diese zunächst mal auf fünf Jahre angelegt. Der VfR Butzbach, der SV Ober-Mörlen, der SV Steinfurth und der SV Schwalheim bilden eine Jugendspielgemeinschaft unter dem Namen JSG Eintracht Oberhessen.

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Die Verantwortlichen der neuen Spielgemeinschaft (v. l.): Laif Marx (SV Steinfurth), Jürgen Winkes (SV Ober-Mörlen),
Frank Schaal (SV Steinfurth), Rafael Protzek (SV Schwalheim), Wulf Brix (SV Ober-Mörlen).
Butzbachs Jugendleiter Jan Budzinski war beim Treffen in Steinfurth verhindert. (Foto: Wiener)
© Michael Wiener
 

Sie treten damit erstmals in dieser Saison mit Teams von der A- bis zur D-Jugend an.

Laif Marx, Jugendleiter beim SV Steinfurth, hat maßgeblich zur Entwicklung der JSG beigetragen. »Wir hatten früher schon Spielgemeinschaften mit Ober-Mörlen oder Schwalheim. Aber wir wollten es breiter und langfristiger aufstellen.« Es gehe darum, den Spielbetrieb zu gewährleisten und den Jungs eine Perspektive zu bieten. Dass in Steinfurth gute Jugendarbeit gemacht wird, zeigen die Wege von Louis Blockus und Lukas Danowski. Blockus wurde mit der U13 des FSV Frankfurt vergangene Saison Gruppenliga-Meister, Danowski versucht sich nun in der U13 von Eintracht Frankfurt.

Neun Mannschaften schickt die JSG Eintracht Oberhessen in der Premieren-Saison 2016/17 ins Rennen; jeweils drei D- und C-Junioren-Teams, dazu zwei B-Junioren-Mannschaften und eine A-Jugend. Der VfR Butzbach startet noch mit jeweils einem
D- und A-Junioren-Team. »Je älter die Jungs werden, desto mehr bröckelt es. Nun kann sich jeder leistungsgerecht entwickeln«, sagt Wulf Brix. Der Jugendleiter des SV Ober-Mörlen konnte mit seinem Verein bis vor wenigen Jahren noch alle Jugendteams eigenständig besetzen. »Ab dem Alter von 15 Jahren wird’s mittlerweile richtig eng«, sagt er.

Den Kickern eine Perspektive bieten

Allgemein wird versucht, dort zu trainieren, wo die meisten Spieler herkommen. Jürgen Winkes aus dem Vorstand des SV Ober-Mörlen erklärt: »Die erste Mannschaft wollen wir nach Leistung bestücken. Die Zweite und Dritte sollen eher ausgeglichen sein, um bei der Dritten nicht in die Gefahr zu kommen, dass diese zum Kanonenfutter wird. Alle Jungs sollen Spaß bei uns haben, jeder ist willkommen.«

Bei der Namensfindung diente die Whats-App-Gruppe als Brainstorming-Plattform. »Oberhessen ist geografisch noch korrekt, und Eintracht ist immer gut«, sagt Laif Marx mit einem Lächeln. Für jede Jugend sind Informationsabende für die Eltern durchgeführt worden, die Reaktionen seien durchweg positiv gewesen. Man müsse sich eben damit anfreunden, dass aufgrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung nicht mehr auf jedem Dorfsportplatz Fußball angeboten werde. Daher seien nun Kräfte gebündelt worden; auch, weil es nicht Trainer wie Sand am Meer gibt. Ob sich aus der JSG mal ein Jugendförderverein (JFV) entwickelt, wird die Zukunft zeigen.

Ziel der ersten Mannschaften ist es jeweils, sich in der Kreisliga zu etablieren und vielleicht auch mal den Sprung in die Gruppenliga zu schaffen. »Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass einige Kicker auch mal in der ersten Seniorenmannschaft Fuß fassen«, sagt Frank Schaal, der stellvertrende Jugendleiter in Steinfurth.

Auch abseits des Spielbetriebs sollen Events geboten werden, beispielsweise Fahrten zu großen internationalen Turnieren. Marx und Schaal waren vor drei Jahren mit Steinfurther D- und E-Junioren-Teams in Barcelona. »Das fördert die Gemeinschaft, sind tolle Erlebnisse, die bleibende Erinnerungen bei den Kickern bilden«, sagt Marx. Er, Schaal, Winkes und Brix haben in der Jugendarbeit viel Erfahrung und jeweils auch durch ihre Söhne Mannschaften trainiert. Nun freuen sie sich auf die Aufgaben mit der JSG Eintracht Oberhessen.

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Artikel vom 20.08.2016 - 10.00 Uhr